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Ein CDN für null Euro klingt nach einem der wenigen echten Gratis-Angebote im Web-Stack. Und tatsächlich: Die kostenlosen Tarife der großen Anbieter sind technisch solide und für viele Projekte völlig ausreichend. Wer allerdings einen umsatzkritischen Online-Shop betreibt, sollte die Rechnung vollständig aufmachen. Denn die Kosten eines kostenlosen CDN entstehen nicht auf der Rechnung, sondern an anderer Stelle: in Arbeitszeit, in Umsatzausfällen, in fehlenden Eskalationswegen und in rechtlichen Grauzonen. 

 

Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche Leistungen kostenlose CDNs tatsächlich bieten, wo die versteckten Kosten liegen und ab wann sich der Wechsel zu einem Managed CDN betriebswirtschaftlich rechnet. 

Inhaltsverzeichnis

Warum es kostenlose CDNs gibt

Ein CDN zu betreiben ist teuer: Hardware an PoPs weltweit, Traffic-Kosten, Peering, Betrieb rund um die Uhr. Kein Anbieter verschenkt diese Infrastruktur aus Freundlichkeit. Dahinter stehen drei Modelle: 

  • Freemium als Vertriebskanal: Der Gratis-Tarif ist der Einstieg. Sobald Ihr Projekt wächst, brauchen Sie Funktionen, die nur in den Bezahlstufen liegen. 
  • Freie Kapazität: Ein Netz, das ohnehin für Enterprise-Kunden vorgehalten wird, hat Luft. Kostenlose Nutzer füllen sie ohne Priorität, wenn es eng wird. 
  • Daten als Gegenwert: Wer viel Traffic durch sein Netz leitet, erkennt Angriffs- und Bot-Muster früher. Das fließt in die kostenpflichtigen Sicherheitsprodukte zurück. 

Nicht verwechseln: Community-CDNs wie jsDelivr oder cdnjs liefern ausschließlich öffentliche Bibliotheken aus und sind kein CDN vor Ihrem Shop. Wichtig ist nur, dass Sie wissen, wo die Leistung endet.

Was kostenlose CDNs tatsächlich leisten

Fairerweise: Die Gratis-Tarife sind besser als ihr Ruf. Beim bekanntesten Anbieter, Cloudflare, umfasst der kostenlose Tarif ein vollwertiges CDN mit globalem Netz, unbegrenztem Traffic ohne Per-GB-Abrechnung, DDoS-Schutz auf Netzwerkebene, kostenlosem TLS-Zertifikat und einem grundlegenden WAF-Regelsatz. Für persönliche Seiten und kleinere Unternehmensauftritte ist das ohne Einschränkung nutzbar, und der Schutz gegen volumetrische Angriffe ist seit Jahren in allen Tarifen enthalten, auch im kostenlosen.  

Wenn Sie einen Blog, eine Dokumentationsseite, eine Kampagnen-Landingpage oder ein Nebenprojekt ausliefern, ist die ehrliche Antwort: Nehmen Sie den kostenlosen Tarif. Sie brauchen nichts anderes. 

Die Frage ist, was passiert, wenn dieselbe Konfiguration vor einem Shop mit sechs- oder siebenstelligem Jahresumsatz steht. Die versteckten Kosten im Detail

Kein SLA – kein vertraglicher Anspruch 

Der wichtigste Punkt zuerst. Kostenlose Tarife enthalten keine Verfügbarkeitszusage. Eine vertragliche Uptime-Garantie beginnt bei Cloudflare erst mit dem Business-Tarif, der bei rund 200 US-Dollar monatlich liegt.  

Ohne SLA haben Sie im Störungsfall keinen Anspruch, keine zugesicherte Reaktionszeit und keine Gutschrift. Rechnen Sie das gegen: Ein Shop mit 3 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet pro Stunde rechnerisch rund 340 Euro. Ein einziger vierstündiger Ausfall in der Vorweihnachtszeit, wo der Stundenumsatz ein Vielfaches beträgt übersteigt die Jahreskosten eines professionellen CDN-Vertrags deutlich. 

Support bedeutet Forum und Dokumentation

Im kostenlosen Tarif besteht der Support aus Community-Forum und Dokumentation. Es gibt keinen priorisierten Eskalationsweg während eines Vorfalls und keine vertragliche Position, um etwas durchzusetzen.  

Das ist der Posten, den die meisten Kalkulationen unterschlagen. Wenn Ihr Checkout um 22 Uhr Fehler wirft und Sie nicht wissen, ob es am Origin, am Cache-Verhalten oder an einer Regel liegt, dann suchen Sie selbst. Zwei Entwicklerstunden im Monat für CDN-bedingte Fehlersuche entsprechen bei internen Vollkosten von 80 bis 120 Euro pro Stunde bereits 1.900 bis 2.900 Euro im Jahr ohne dass Sie einen Cent an den CDN-Anbieter gezahlt haben.

Funktionsgrenzen, die genau im E-Commerce weh tun

Die Beschränkungen der Gratis-Tarife sind nicht willkürlich, sie treffen gezielt kommerzielle Projekte:

  • Zu wenige Cache-Regeln: Einstellige Kontingente reichen für eine Weiterleitung und eine Ausnahme. Ein Shop mit Kategorie-, Produkt-, Such-, Checkout- und API-Pfaden braucht mehr.
  • Untergrenze bei der Edge-Cache-TTL: Unter zwei Stunden geht nicht. Bei Verfügbarkeiten oder Preisstaffeln heißt das: veraltete Daten oder gar kein Cache.
  • Keine Bildoptimierung: Ohne AVIF- oder WebP-Konvertierung liefert Ihr Origin die Bytes aus, die er hat im E-Commerce der größte LCP-Hebel.
  • Keine eigenen Zertifikate: Verlangt Ihre Compliance eine bestimmte CA-Kette, scheidet der Gratis-Tarif aus.

Cache-Steuerung bleibt Ihre Aufgabe 

Ein CDN beschleunigt nichts von allein. Die eigentliche Arbeit liegt in der Konfiguration: Welche Cache-Keys werden gebildet? Wie werden Sessions und Warenkorb-Cookies vom Cache ausgenommen? Wie funktioniert das Purging nach einem Deployment oder einer Preisänderung? Brauchen Sie einen Origin Shield, um die Last auf dem Ursprungsserver zu senken? Lässt sich stale-while-revalidate sinnvoll einsetzen? 

Im kostenlosen Tarif bekommen Sie ein Werkzeug ohne Anleitung und ohne Ansprechpartner. Die Konfiguration eines CDN vor einem komplexen Shop ist typischerweise ein Projekt von mehreren Personentagen – und danach beginnt der laufende Betrieb. 

Datenschutz und DSGVO 

Ein CDN terminiert TLS und sieht damit IP-Adressen, Header, Cookies und unter Umständen Formularinhalte Ihrer Kunden – eine Auftragsverarbeitung im Sinne der DSGVO. Sie brauchen einen belastbaren AVV, Klarheit über die Subunternehmer und eine tragfähige Grundlage für den Drittlandtransfer.

Bei Self-Service-Standardverträgen haben Sie dabei wenig Spielraum und keinen Ansprechpartner für Rückfragen. Spätestens wenn ein Kunde, Auditor oder eine Aufsichtsbehörde nachfragt, wird das zum realen Kostenfaktor.

Der Upgrade-Pfad ist teurer, als er aussieht 

Die Abrechnung erfolgt pro Domain. Wenn Sie zwei Domains auf einen kostenpflichtigen Tarif heben, zahlen Sie zweimal. Für Betreiber mehrerer Shops, Ländershops oder Mandanten summiert sich das schnell.  

Dazu kommen Zusatzprodukte, die separat abgerechnet werden. Argo Smart Routing, Workers und Stream haben eigene nutzungsbasierte Preise, die die Gesamtkosten spürbar erhöhen können. Der Sprung von „kostenlos“ auf „passt für unseren Shop“ ist selten ein Schritt von 0 auf 20 Euro er landet realistisch im dreistelligen Bereich pro Monat und Domain, plus Konfigurationsaufwand. 

Wann ein kostenloses CDN ausreicht

  • Ihre Seite überwiegend statische Inhalte ausliefert 
  • ein Ausfall von einigen Stunden keinen messbaren Umsatz kostet 
  • Sie keine differenzierte Cache-Logik für dynamische Bereiche benötigen 
  • im Team jemand sitzt, der die Konfiguration ohne externe Hilfe beherrscht 
  • keine besonderen Compliance-Anforderungen bestehen 

Wann sich ein Managed CDN rechnet 

Die Schwelle ist erreicht, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte zutreffen: 

  • Ihr Shop erwirtschaftet Umsatz, der bei einem Ausfall nicht nachgeholt wird. 
  • Sie haben Lastspitzen durch Kampagnen, Sale-Phasen oder Marktplatz-Anbindungen.
  • Ihre Seite ist überwiegend dynamisch und braucht feingranulare Cache-Regeln.
  • Ihr Team hat keine freien Kapazitäten für CDN-Betrieb.
  • Sie müssen Datenschutz und Verfügbarkeit gegenüber Dritten dokumentieren.
  • Sie betreiben mehrere Domains oder Ländershops.

In dem Moment kaufen Sie nicht mehr Bandbreite ein, sondern Verantwortung: jemanden, der die Konfiguration verantwortet, erreichbar ist und im Störungsfall handelt. 

Wie wir das bei profihost lösen

Unser Managed CDN basiert auf der Infrastruktur von Akamai mit sehr guter Anbindung im DACH-Raum. Der Unterschied zum Selbstbetrieb liegt nicht im Netz, sondern in der Betreuung: Wir konfigurieren Cache-Regeln, Purging und Origin-Anbindung passend zu Ihrem Shop-System, integrieren das CDN in Ihr Hosting und sind erreichbar, wenn etwas nicht läuft.

Und ebenso klar: Das kostet Geld. Ein Managed CDN gewinnt nie gegen einen Gratis-Tarif, wenn der Preis das einzige Kriterium ist. Es lohnt sich, wenn die genannten versteckten Kosten in Ihrem Fall real sind.

Unsicher, auf welcher Seite dieser Linie Ihr Projekt steht? Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns Traffic-Struktur, Cache-Fähigkeit und Ausfallrisiko an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich ein Wechsel rechnet.

Mehr zu unserem CDN

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