Black Friday bis Cybermonday - Superhype überstanden?

03.12.2018 Claudia Tetz-Froböse 5 Minuten Lesezeit


Glaubt man den aktuellen Presseberichten, wischen sich alle Online-Händler immer noch den Schweiß von der Stirn, weil sie vom Black Friday bis zum Cyber-Monday total überlastet waren. Und das nicht etwa nur in Amerika, der Wiege des Black Friday.

Wir haben uns die aktuellen Zahlen aus Deutschland angesehen. Während in den anderen Ländern der Welt schon am Donnerstag die Umsätze stiegen, haben wir Deutsche brav bis um Mitternacht gewartet, bevor wir uns ins Shopping-Getümmel gestürzt haben. Aber dann ging es so richtig ab:

  • Punkt Mitternacht zum Black Friday Start: Sales Uplifts zwischen 350 und 390 %. *
  • Vormittags ein Anstieg auf 400 % gegenüber den Normalwerten. *
  • Und nicht nur Elektronikprodukte wurden vermehrt gekauft, sondern alles Mögliche – quer durch den Garten. Den größten Kaufanstieg hatten Sportartikel mit 372 %.*
  • Ein weiterer Indikator für den Shopping-Hype: Die Bonitätsanfragen des Online-Handels stiegen um über 86 Prozent an. **
  • Und die Deutschen sollen 2,4 Millionen Euro an den Shopping-Tagen ausgegeben haben. ***

E-Commerce Magazin / Criteo Pressebox.de / Boniversum Handelsverband Deutschland

Tja, wer das liest, dem treibt es den Schweiß auf die Stirn. Wie kann der kleine Online-Shop von nebenan solche Zugriffszahlen verkraften? Wie kann die Webseite eines kleineren Online-Shops dem Ansturm standhalten und der Shopbetreiber mit einem Säckel voll Geld, zufrieden grinsend aus dem Shopping-Wahnsinn hervorgehen?

Wir haben die Zahlen einmal kritisch untersucht und festgestellt: Die beschriebenen Sales-Uplifts beziehen sich größtenteils auf die ganz großen Shops. Amazon, Zalando und Co. hatten die Nasen wieder vorn beim großen Geschäft. Der kleine Shopbetreiber hat von dem Superhype kaum etwas gemerkt.

Auf unseren Servern war zwar eine Menge los, über alle Kunden hinweg betrachtet, betrug die Zugriffssteigerung aber gerade einmal rund 20 %. Für die meisten Online-Shops war also keine besondere Serveranpassung notwendig. Trotz des vermeintlich geringen Anstiegs hatten es dann aber einige Shops so richtig in sich und verbuchten – teilweise sprunghafte – Zugriffsanstiege von über 200 %.

Die Grafik eines Beispiel-Enterprisekunden verdeutlicht dies: Vormittags war die Serverauslastung noch gering, stieg langsam an und mündete um kurz nach 10:00 Uhr in einem deutlichen Peak. Dank des flexiblen Systems konnten unsere Techniker innerhalb kürzester Zeit den Server so skalieren, dass die Lastspitze schnell abgefangen war.

Die Kunden haben hier also den Cyber-Week-Rabatt erhalten und sind glücklich und der Online-Shopbetreiber hat ohne Performance-Verluste viele Kunden mit Produkten versorgen können. Die klassische Win-Win-Situation. So soll es sein!

Unser Tipp für euch: Sprecht rechtzeitig mit eurem Hoster. Dieser kann für euch die Zugriffszahlen der Shopping-Tage analysieren und einschätzen, ob eine Servererweiterung für euch sinnvoll ist. (Im Idealfall hat er so etwas automatisch im Blick und informiert euch proaktiv darüber.) War der Anstieg so stark, dass euer Server merklich in die Knie ging – das heißt deutlich langsamer wurde, Kunden im Bestellprozess stecken blieben, die Abbruchrate überdurchschnittlich stieg oder ähnliches – ist es Zeit über ein skalierbares Produkt nachzudenken. Mit einem professionellen Hoster im Hintergrund, dürft ihr und eure Kunden euch ganz entspannt auf die nächste Cyberweek freuen.

Wir freuen uns auf jeden Fall darauf.

Keep on shopping :-)

Sehr gut
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