Schwierig: Schülerinnen und IT-Berufe

Einer Studie der Vodafone-Stiftung zufolge geht das Interesse von Schülerinnen für IT-Berufe „gegen null“, so der Spiegel in einer Vorabveröffentlichung. Die berufliche Orientierung von Jungen und Mädchen unterscheidet sich demnach erheblich und entspricht „weitgehend tradierten Rollenmustern“. Sehr gefragt sind bei den Schülerinnen soziale oder medizinische Berufe. Das entspricht — glücklicherweise — nicht ganz unseren Erfahrungen. Wer jedoch einmal einen Werbeblock im Kinderfernsehen aufmerksam verfolgt, kann deutlich erkennen, dass zumindest die Spielzeugindustrie auf traditionelle Zuschreibungen setzt. Auch bei Mattel war es bis vor kurzem so, dass Frauen das Design für Computerspiele machen, für die Programmierung sind dann „Steven und Brian“ verantwortlich.

Mädchen am Computer

Ein seltenes Bild — Mädchen mit Spaß am Programmieren!
Foto: www.ocg.at – CreativeCommons CC|BY|ND|2.0

Computerkompetenz allgemein mittelmäßig

Auch geschlechterübergreifend gibt es im deutschen Bildungssystem offensichtlich weiterhin Nachholbedarf, was die Computerkompetenz anbetrifft. Auch wenn in der Mediennutzung eine große Selbstverständlichkeit an den Tag gelegt wird, gibt es offenbar weniger Verständnis für die Mechanismen hinter den hochauflösenden Oberflächen. Dies geht aus der ICILS-Studie hervor, die den Grad der Computerintegration in den Bildungsalltag im globalen Kontext vergleicht. „Rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler hierzulande verlieren den Anschluss und können mit neuen Technologien nicht sinnvoll umgehen“, so die an der Studie beteiligte Prof. Dr. Birgit Eickelmann von der Uni Paderborn. Einem Bericht zufolge wird versucht, diesen Mangel durch private initiativen auszugleichen. Dort werden Handys gebaut, Programme geschrieben und mit Lego geforscht — der spielerische Zugang steht im Mittelpunkt. Da zeitlich begrenzte Konzepte wie der Girls’Day offenbar nicht den gewünschten Erfolg haben, könnte eine bessere Einbindung entsprechender Themen im regulären Unterricht vielleicht weiterhelfen. Denn, so der Artikel, um auch die zu erreichen, die sich nicht sowieso schon für IT-Themen interessieren, muss eine entsprechende Förderung in der Schule stattfinden.

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