Eine ästhetische Cloud-Lösung …

Der niederländische Künstler Berndnaut Smilde macht Wolken in Räumen

Die Installationen heißen „Conditioner“, „Unflattened“ oder „Nimbus“, Regenwolke, und sie versetzen ihre Betrachter in Erstaunen. In normalen Räumen erscheinen Miniaturwolken, die ihren himmlischen Vorbildern frappierend ähnlich sehen. Damit verweist der gebürtige Groninger Smilde in seinen Installationen auf den Gegensatz von Innen und Außen und spielt mit den Erwartungen des Publikums an Architektur – und an das Wetter. Die Wolken werden dabei mit einer handelsüblichen Nebelmaschine und einem fein abgestimmten Verhältnis von Luftfeuchtigkeit und Temperatur erzeugt.

Berndnaut Smilde – Making Clouds from The Avant/Garde Diaries on Vimeo.
© creative commons CC BY-ND 3.0

Auch wenn der Name „Nimbus“ eine Regenwolke bezeichnet, zumindest dies bleibt Andeutung: Es regnet nicht in den Ausstellungen. Nimbus ist ein eindrucksvolles Projekt, dass auf geheimnissvolle Weise eine Wolke dort entstehen lässt, wo sie nicht hingehört. Die unglückseelige Zeichentrickfigur mit der drohenden Gewitterwolke über dem Kopf kommt in den Sinn, genauso wie das Bild einer einzelnen kleinen Wolke an einem strahlend blauen Himmel. Smilde bevorzugt für seine Installationen Orte des Übergangs, wie Korridore und Treppenhäuser – aber auch Lagerhallen und Leerstände werden zur Heimstätte der vergänglichen Wolkenkunst. Festgehalten werden können die luftigen Gebilde nur auf Fotographien, denn ähnlich wie die Sommerschneeskulpturen Andy Goldsworthys ist auch bei Smilde die Vergänglichkeit ein Teil des künstlerischen Gesamtkonzeptes. Der „Wettermacher“, der auch schon Regenbögen entstehen ließ, spielt in seiner künstlerischen Arbeit auch mit dem menschlichen Wunsch nach der Kontrolle der Naturgewalten und der Erkenntnis, dass der Erfindergeist hier an seine Grenzen stößt.

Der 1978 geborene Künstler lebt und arbeitet in Amsterdam, nachdem er an der Minerva Academy an der Hanzehogeschool Groningen studiert hatte. Er stellte u.a. in Den Haag, Amsterdam und dem Irish Museum of Modern Art in Dublin aus. Fotos der Installation „Nimbus II“ wurden in die Kollektion der Londoner Galerie Saatchie aufgenommen. Seine Indoor-Clouds wurden vom „Time Magazine“ als „Erfindung des Jahres 2012“ geehrt.

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