Social Media nachgemessen

Wir leben in einem Zeitalter der Statistiken und Zahlen: Privatanwender zählen ihre täglichen Schritte, Kalorien und sogar die aktuelle Belastung durch radioaktive Strahlung per App. Seitenbetreiber messen Reichweiten und Zugriffszahlen, mit A-B Tests werden Farbgebung und sonstige Gestaltungselemente von Webseiten und Software überprüft. In einem Blogartikel wurde nun die ideale Länge verschiedener Textsorten untersucht. Vom Tweet über Facebook bis zur Schlagzeile: Mit der richtigen Anzahl Zeichen können mit demselben Inhalt mehr Leute erreicht werden!

Die ideale Länge. Von Allem!

Eine Twitter-Nachricht sollte demnach am besten 100 Zeichen lang sein, um möglichst viele Leser zu bekommen. Der Grund ist einfach: Diese Nachrichtenlänge ermöglicht es den Weiterverbreitern, in 40 Zeichen auch noch ihren Senf dazu zu geben, was den Anreiz, eine Nachricht noch einmal weiterzugeben, offenbar erhöht. Gleichzeitig langen 100 Zeichen durchaus, um etwas Bedeutsames zu sagen.

Auf Facebook ist man wesentlich lesefauler: Hier erreichen Posts, die eine Länge von nur 40 Zeichen haben, die meisten User. Aufgrund der kleinen Testgruppe empfiehlt der Bericht jedoch als Faustregel, davon auszugehen, dass Posts von 80 Zeichen oder weniger 66% mehr Menschen erreichen als längere. Auf Googles Social Netzwerk Google+ ist die ideale Länge einer Überschrift 60 Zeichen. Denn diese passen hier in eine Zeile. Manchmal muss eine Überschrift aber doch länger sein: Dann lautet die Alternative, einen  wirklich interessanten Einstiegssatz zu schreiben. Dieser sollte in die Textvorschau von drei Zeilen hineinpassen, die nach dem Google+-Update noch ohne weiteren Klick zu sehen sind. Überschriften sollten im Allgemeinen nur sechs Worte lang sein, um die höchsten Aufmerksamkeitswerte zu bekommen. Das ist nicht wirklich viel.

Brottext: 7 Minuten!

Etwas mehr Textinhalt darf es allerdings schon sein, denn der ideale Blogpost dauert 7 Minuten. Der „Brottext“ darf also ruhig etwas länger geraten. Dieser Inhaltstext wird so genannt, weil Journalisten oft nach Zeichenanzahl bezahlt werden. Sie verdienen, je nach Länge der „Brottexte“, mehr oder weniger Brötchen mit oder ohne Rosinen.

Früher galt dies auch für die Zeichensetzer, die für die langen Texte natürlich mehr Zeit benötigten als für die kurzen Randnotizen. Die Schriftarten, in denen diese Texte gesetzt werden, heißen deshalb „Brotschrift“. Da eine ideale Zeilenlänge angeblich 40-55 Zeichen umfasst (im Profihost-Blog sind es ca. doppelt so viele!), wird empfohlen, den Text mit einem in einer größeren Schrift gesetzten Einstieg zu eröffnen, um den Lesern die Möglichkeit zu geben „Anlauf“ zu nehmen.

Im Weiteren werden noch die Idealmaße für E-Mail Betreffzeilen, Videos auf Youtube (3:00 – 3:30 Minuten) oder auf der Vortragsplattform TED (ca. 18 Minuten) und zur SEO-Textoptimierung zum Beispiel für Google-Suchergebnisse (title-tag: 55 Zeichen!) und Domainnamen (8!!) gegeben. Alle Beispiele sind im Quellartikel mit entsprechenden Belegen versehen und mit vielen Grafiken illustriert. Wie überall gilt jedoch auch hier: Die Form folgt der Funktion und manche Dinge lassen sich nicht in 100 Zeichen wiedergeben. Lasst Euch nicht von Zahlenwerten und Algorithmen vom Schreiben guter Texte abhalten, denn ein viel wichtigeres Merkmale guter Texte lässt sich garnicht in Zahlen ausdrücken: Die Originalität und Einzigartigkeit der Inhalte.

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