Wie testet Google die Such-Algorithmen?

Europa und insbesondere Deutschland sind beliebte Testgebiete für neue Google-Algorithmen, die im Livebetrieb getestet werden sollen. Hier werden für lokale Suchergebnisse (z.B. auf Google.de oder Google.nl) neuentwickelte Mechanismen zur Bewertung von Internetseiten direkt getestet. Das liegt unter anderem daran, dass in Europa mehr Suchmaschinenoptimierung betrieben wird als etwa in den vereinigten Staaten, wodurch natürlich auch die Zahl an SPAM-Seiten steigt, die ja gerade ausgefiltert werden sollen. In Bezug auf die allgemeine Güte der Testergebnisse ist der heterogene europäische Markt also eine ideale „Spielwiese“ für neue Algorithmen, die noch nicht weltweit installiert worden sind.

„Wir schauen besonders genau auf einige Länder von denen wir wissen, dass es dort mehr SPAM gibt, um zu sehen welche Reaktionen wir von dort bekommen.“ Matt Cutts, Leiter Webspam-Team bei Google

Wie testet Google vorab?

Google testet aber auch intern die Qualität neuer Bewertungs-Algorithmen. Dies dient dazu, die Werte, die externe Tests geliefert haben, zu überprüfen. In einem Video hat sich Matt Cutts, nun dazu geäußert wie diese Qualitätssicherung ungefähr aussieht.

Das „quality launch committee“

Leute klicken gerne auf SPAM, weil die Suchergebisse so formuliert sind, dass auf sie geklickt wird – unabhängig von der tatsächlichen Qualität der Seite. Das liegt in der Natur der Sache. Deshalb müssen die Tests intern verifiziert werden, um zu überprüfen, ob die Neuerungen tatsächlich bessere Ergebnisse erzeugen. Dies übernimmt bei Google laut einem Artikel auf searchenginewatch.com das sogenannte „quality launch committee“.

Hier wird der Inhalt der Seite bewertet. Einerseits gibt es die Bewertung „SPAM“ oder „kein SPAM“. Die Seiten, die diesen Filter bestehen, werden dann nach dem Schulnotenprinzip auf die Relevanz des Inhalts in Bezug auf die Suchanfrage bewertet. Außerdem gibt es eine „weiche“ Bewertung, die die schwer messbare allgemeine Qualität eines Internetauftritts abbilden soll.

Beruhigend ist, dass es eine Testgruppe gibt, die einzelne Ergebnisse noch einmal auf Validität überprüft, weil es auch mit dem besten Algorithmus offenbar (noch) nicht gelingt, die Spreu vom Weizen zu trennen. Dies fällt mir persönlich auch immer wieder auf, wenn ich mir die Ergebnisse ansehe, die angeblich die besten zehn zu einer Suchanfrage darstellen sollen. Google kocht also auch nur mit Wasser, allerdings mit ziemlich viel davon.

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